Wie bereitest Du die Farbe vor? Wie und was mischst Du zusammen?

Das Anmischen ist keine Kunst, sagen einige! Haben Sie Recht?

Da muß ich jedoch vielen arg widersprechen. Das richtige und sorgfältige Anmischen der Farbe ist der Anfang für ein Pouring. Wenn die Farbe nicht sorgfältig genug gerührt wurde, verbleibt sie klumpig. Ist die Farbe zu dick, kannst Du schlecht die Leinwand füllen, weil sie nicht gut fließt. Ist die Farbe zu dünn, fließt sie zu schnell und kann von Dir schlecht kontrolliert werden. Zu dünn ist schlecht, zu dick ist schlecht. Das goldene Mittelmaß mußt Du finden. Woran orientierst Du Dich? Wieviel Farbe brauchst Du eigentlich für Dein Bild entsprechender Größe?

So fangen wir also langsam an den Zauber und Mythos der angemischten Farbe aufzuheben:

Wieviel Farbe brauchst Du für welche Größe des Bildes?

Ich habe hier einen Mengenrechner für Dich erstellt,  der Dir einen ungefähren Anhalt für die benötigte Menge geben soll. Ich fand dies gerade in der Anfangsphase ungeheuer wichtig im Vorfeld zu wissen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn Du beim Verteilen der Farbe bemerkst, dass Du nicht ausreichend hast, dass Teile des Bildes unbedeckt bleiben. Dann noch schnell weitere Farbe anzumischen streßt Dich nur und dann geschehen schnell Fehler, die man vermeiden kann.



Für Dein Werk benötigst du ungefähr Milliliter Farbe. 🙂

Bei dieser Berechnung handelt es sich um Richtwerte!

Oftmals arbeite ich jedoch nach Gefühl und dieses Gefühl bekommst Du erst, wenn Du einige, viele Bilder gegossen hast. Ich kann das nun ganz einfach sagen, habe aber auch mehr als zwei Jahre dafür gebraucht bei Standardgrößen dieses Gefühl entwickelt zu haben. Bei  XL Größen, bei größerem Seitenrand und auch bei Größen, die ich nicht oft nutze, verlasse ich mich jedoch ungern auf mein Gefühl, um das Problem der zu großen oder zu kleinen Menge an Farbe zu vermeiden.

Im Netz kannst Du sonst auch gängige Farbmengentabellen, wie z.B. hier nutzen. Was Dir mehr liegt, nutze es. Ich persönliche arbeite viel lieber mit Millilitergrößen, weil die Farbmenge in g eine andere als in ml ist. Und bei einem Standardpappbecher, weiß ich wieviel hineinpaßt und wieviel ich dann brauche.

Eine Farbmengentabelle:

Bildgröße Farbmenge
20 x 20 cm 100g
20 x 25 cm 120g
25 x 30 cm 180g
30 x 30 cm 220g
30 x 40 cm 290g
30 x 60 cm 430g
40 x 40 cm 390g
40 x 50 cm 480g
40 x 80 cm 770g
40 x 120 cm 1.150g
45 x 45 cm 490g
50 x 60 cm 720g
50 x 150 cm 1.800g
60 x 60 cm 860g
60 x 70 cm 1.000g
60 x 90 cm 1.300g
60 x 120 cm 1.720g
60 x 150 cm 2.200g
75 x 100 cm 1.800g
75 x 150 cm 2.700g
90 x 90 cm 1.930g
90 x 120 cm 2.580g
90 x 150 cm 3.250g
90 x 180 cm 3.900g
100 x 100 cm 2.400g
100 x 120 cm 2.880g
100 x 150 cm 3.580g

Wie gehts nun weiter? Was brauche ich nun für das Anmischen?

Schritt 1 beim Anmischen:

  • Stelle Deine Pappbecher bereit.
  • Ziehe Deine Schutzkleidung an (alte Kleidung oder Schürze)
  • Vergiß Deine Handschuhe nicht überzuziehen.
  • Stelle folgendes bereit: Farbe, Pouringmediumg,Wasser und Rührlöffel. Und schon kannst Du loslegen!

Schritt 2 des Anmischens:

Nun geht es an den ersten spannenden Teil des Farbe einfüllen (eine Farbe pro Becher).  Wenn Du die Farbe bzw. den Farbton aus mehreren Farbnuancen zusammen mischst, um den richtigen Farbton zu bekommen, achte darauf die Farbe erst ausreichend zu vermischen, bevor Du zu Schritt 3 dem Pouringmedium über gehst. 

Farbanteil
Farbanteil

Schritt 3 beim Anmischen:

Gib zu Deiner Farbe einen Schuss Pouringmedium. Beachte die Herstellerangaben Deines Pouringmediums. Jedes Medium muß in verschiedenen Anteilen zur Farbe gegeben werden. Bei dem Liquitex Pouringmediumg recht in der Tat eine kleine Menge und so ist die Flasche mit 936ml recht ergiebig. Achte darauf, dass Du das Pouringmedium erst dazu gibst, wenn der Farbton so ist, wie Du ihn haben möchtest. Durch die milchige Konsistenz des Mediums kann es nämlich den Farbton verfälschen. Nun mußt Du alles ordentlich verrühren, so dass sich Farbe und Pouringmediumg ordentlich vermischen. Gehe dabei bedächtig vor, lass Dir Zeit. Bist Du zu schnell, zu hektisch, entstehen leider viele Luftblasen und die nötige Sorgfalt fehlt Deiner Farbe später. Also: Gemach, Brauner!

Farbe u. Pouringmedium
Farbe u. Pouringmedium

Schritt 4 für das Anmischen:

Als nächstes gibst Du nach und nach Wasser zu Deiner Farb-Pouringmedium-Mischung. Dies kannst Du mit einer großen Pipette oder mit einer Squeezeflasche oder gar für die ganz mutigen unter uns mit einem Meßbecher tun. Auch hier kann ich nur sagen, dass Du Dir Zeit lassen sollst, wenn Du zu hektisch und schnell umrührst, entstehen lästige Luftblasen.

Bist Du Dir nicht sicher, ob die Farbmischung nun die richtige Konsistenz hat, denke an flüssigen Honig. Die Farbe muß schön vom Rührlöffel runterfließen. Lieber ein- oder zweimal Wasser mehr nachgeben, um die Fließfähigkeit zu verbessern, als einmal zu viel. Genaues dosieren ist somit leichter, auch wenn die Arbeit dadurch länger dauert.

Das Anmischen ist nun einmal der wichtigste Punkt, die Konsistenz der Farbmischung muß stimmen. Zum besseren Verständnis habe ich für Dir hier ein Video aufgenommen, die die Konsistenz prima zeigt.

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Leider…

… sind Luftblasen beim Rühren nicht zu verhindern. Gerne kannst Du die Farbe einen Moment stehen lassen, damit sich die Luft ein bißchen setzt und nach oben hin entlässt. Doch beachte, gerne dickt die Farbe dann nach, daher solltest Du sie unbedingt kurz vorm Gießen noch mal auf ihre Fließfähigkeit überprüfen. Ich persönlich bin dafür viel zu ungeduldig. Wenn die Farbe fertig ist, will ich loslegen und habe keine Geduld noch mehre Minuten zu warten, in der Hoffnung, dass sich die Luftblasen auflösen.

Daher nutze ich die zweite Option. Wenn nach dem Gießen Luftblasen als große Luftblasen bestehen, kannst Du diese mittels eines Zahnstochers oder Schachlikspieß aufpicksen. Große Luftblasen entstehen gerne beim Dutchpour, aber sonst auch immer mal wieder bei großen Farbbewegungen.

Bei kleineren Luftblasen würde ich immer den Flambierbrenner nutzen. Achte bei Nutzung des Flambierbrenners immer auf Deine Sicherheit und belüfte den Raum ausreichend.

Alle Unklarheiten beseitigt? Konnte ich mit dem Zauber brechen?

Im Grunde geht man egab bei welchem Pouring gleich vor. Mein Geheimnis habe ich für Dich gelüftet und leider muß ich gestehen, dass vieles nach Gefühl passiert. Ich arbeite, wie Du gemerkt hast, nicht nach genauen Grammzaheln oder kann Dir gar verraten wieviel Anteile wovon genutzt werden. Doch ich bin mir sicher, dass ich Dir mein persönliches Vorgehen habe näher bringen können. Hast Du ein anderes Rezept zum Anmischen auf welches Du schwörst? Welche Tips hast Du noch auf Lager? Hinterlasse doch gerne einen Kommentar. Ich freue mich darauf.

 

15 thoughts on “Wie bereitest Du die Farbe vor? Wie und was mischst Du zusammen?

  1. Hallo Iris,
    ich bin jetzt schon ein etwas fortgeschrittener Anfänger. Wenn ich Farbe übrig habe, verwende ich diese gerne als Basisfarbe für die Leinwände, die ich als Vorrat habe. Ich hatte noch kein Bild, wo es deshalb schiefgegangen ist. Ich poure auch gerne auf Schallplatten und alten CD’s. Wenn die vorgeschstrichen sind (mit einer Schwammrolle) lass ich sie trocknen, dann flutscht mir die Farbe nicht ganz über den Rand, weil die angetrocknete Farbschicht stumpf auftrocknet. Einfach dran bleiben, das wird alles….
    LG Petra

    PS.: Ich habe selber hier für alle Ratschäge und Lösungen bekommen.Dafpr mal ein großes DANKESCHÖN an das PouringPaws-Team!!!!! 💐

  2. Hallo,
    Ich bin seit einigen Wochen dabei, Bilder zu puren. Leider bekomme ich keine Zellen und die Bilder werden alle sehr dunkel. Nach demTrocknen fühlt sich die Oberfläche an wie mit Sand bestreut. was mache ich falsch?
    Über seine Antwort würde ich mich riesig freuen.
    Ach ja, wo bekommt man so eine Drehvorichtung?
    LG Petra

    1. Hallo Moin Petra,

      um dies genauer zu beurteilen, bräuchte ich zum einen Dein Mischverhältnis bzgl. Farbe und Wasser. Benutzt Du Kleber? Benutzt Du Silikon und wenn ja, wieviel Tropfen pro Farbe? Welche Farben nutzt Du, welche Leinwand? Wo trocknen Deine Leinwände? Alles Dinge, die das Trocknen des Pourings beeinflussen können. Wenn Du willst, schreib mir gerne eine E-Mail und dann versuchen wir das mal auseinander zu dröseln.

      Lieben Gruß, Ulla von PouringPaws

    2. ich benutze verschiedene Acrylfarben und eine Basisfarbe. Die Farben zum Gießen mische ich 1:1 mit fertigem Medium, je nach Farbkonsistens auch mehr, und etwas Wasser und mit 1- 3 Trp. Silikonöl. Die Basisfarbe mische ich nur mit Medium ohne Silikon.. Nach dem Trocknen überziehe ich das ganze Bild mit einer Lasur. Ich hoffe, ich habe alles.
      LG Petra

      1. Hallo Moin Petra,

        das vorgefertigte Medium, ist das Kleber? Wenn ja, kannst Du es in der Tat haben, dass die Farben dunkler trocknen. Ansonsten finde ich es schwer aus der Ferne zu beurteilen. Wenn die Silikontropfen in die Farbe kommen, nur einmal vorsichtig umrühren und dann nicht weiterrühren. Ich arbeite ja persönlich komplett ohne Silikon, daher kann ich Dir da nur bedingt weiterhelfen. Grundsätzlich klingt dies jedoch ganz gut. Ich würde es einfach weiter versuchen und sonst einfach mal das Mischverhältnis verändern. Das macht das Pouring so interessant, weil es ein bißchen wie Wissenschaft ist. Leider aber auch viel Try and Error. 🙂 Trotzdem weiterhin happy pouring. Nicht den Mut verlieren.

        Lieben Gruß, Ulla von PouringPaws

        1. Hallo Ulla,
          vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich werde deinen Ratschlag befolgen und einfach probieren.
          LG und bleib gesund,
          Petra

  3. Ich habe eben mein erstes Pouringbild gemacht und habe jetzt jede Menge Farbe übrig (mit Acrylkleber angerührt). Kann ich die evtl. Bis zum nächsten Bild aufheben oder muss ich die leider entsorgen? Liebe Grüße und ein großes Dankeschön. Iris

    1. Hallo Moin Iris,

      die Farbe kannst Du generell sichern, was sehr angenehm ist, wenn man mal zu viel anrührt. Klar, irgendwann bekommt man ein Gefühl für die richtige Menge. Aber nun würde ich Dir eine Squeeze Flasche empfehlen oder ein Glas mit Deckel, so dass keine Luft an die Farbe kommt.

      Weiterhin viel Spaß beim Pouring. Lieben Gruß

      Ulla von PouringPaws

    1. Hallo Moin Petra,

      ich würde von 250 bis 300 g Farbe ausgehen. Wahrscheinlich brauchst Du nicht ganz so viel, aber ich bin ein Freund von ein kleines bißchen zu viel, als zu wenig und man muß dann Zeit vertrödeln neue Farbe anzumischen.
      Happy Pouring wünsche ich Dir!

      Lieben Gruß, Ulla von PouringPaws

    1. Hallo Ina,

      gib den Mut nicht auf. Immer wieder probieren und versuchen. Pouring ist ein kreativer Prozess und niemandes ersten Bilder gleichen denen nach ein paar Jahren. Ich würde mich freuen mehr von Dir zu hören.

      Lieben Gruß und happy pouring, Ulla von PouringPaws

      1. Hallo Ulla, ich bin erst seit gestern auch dabei 🤗
        Gestern mein erstes Bild gegossen, schöne metallic Farben, schöne Zellen, ich war begeistert. Heute leider Ernüchterung, alle Zellen weg, Farben Stumpf. Habe Bild zum trocknen in Wintergarten gelassen, kann sein das es da zu feucht und kühl war. Habe auch Bild nicht auf richtigen Leinwand gegossen, sondern leinwand Gewebe auf Karton, sorry ich weiß nicht wie das richtig heißt 🤭 Farben habe ich auch nach Gefühl gemischt mit pouring Medium, aber ohne Wasser, da meine Farben schon recht dünn waren.
        Werde weiter probieren und experimentieren, schön wäre zu wissen wo meine Fehler liegen. Liebe Grüße Natalja

        1. Hallo Moin Natalja,

          wie per E-Mail bereits beantwortet spielt die Kälte in der Tat eine große Rolle. Ebenso die Konsistenz der Farben. Grundsätzlich dürfte der Leinwandkarton kein Problem darstellen, er verzieht sich mitunter beim Trocknen. Man kann diesen aber ohne Probleme wieder zurecht biegen. Kälte und Feuchtigkeit wird jedoch ein Thema gewesen sein.

          Lieben Gruß und nicht aufgeben,

          Ulla von PouringPaws

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