Leinwand vorbereiten: Was Du unbedingt beachten solltest

Die Vorbereitung der Leinwand solltest Du nicht vernachlässigen. Aber wie bei so vielem ist die schlechte Vorbereitung ein Garant für Probleme. Lies hier, was Du besser machen kannst!

Leinwände gibt es natürlich in den verschiedensten Qualitäten. Was mußt Du noch beachten? Sollte die Leinwand vorgrundiert sein und was macht es für einen Unterschied wenn nicht? Solltest Du selbst im Vorfeld eine Grundierung auftragen? Es gibt doch ein oder zwei Fragen, die in Bezug auf das Thema Leinwand geklärt werden sollten. Als lass es uns anpacken.

In der Regel sind die normalen Leinwände, die im Handel (Amazon, Künstlerbedarfshops und sogar Lidl) erhältlich sind, guter Qualität und bedarfen keinerlei Vorbereitung. Aber die Unterschiede in der Qualität können groß sein. Leinwände aus 1 Euro  Shops zB haben in der Regel keine hochwertige Qualität und verziehen sich schnell. Daher sind diese Leinwände in der Regel nur in der Anfangsphase zum Auspobieren gut geeignet. Möchtest Du jedoch Pouring etwas ernsthafter betreiben, solltest Du nicht an diesem Ende sparen.

Unterschiedliche Leinwandqualitäten:

Leinwand mit schlechter Qualität:

Wie bereits beschrieben, sind diese in der Regel in 1 Euro Shops zu finden. Auch bei der Qualität von Tedi oder gar Action wäre ich vorsichtig. Die Beschreibung der Leinwand gibt Dir einen Anhalt, ob Du etwas hochwertiges oder einen qualitativ schlechten Griff getan hast.

Leinwand mittlerer Qualität:

Die Leinwand mittlerer Qualität hat ein Gewicht von 280 g /m² bis zu 300 g / m².  Es gibt sie in vorgrundiert bis nicht vorgrundiert zu haben. In der Regel haben sie eine Leistenstärke von 1,5 bi 1,7 cm. Der Vorteil an vorgrundierter Leinwand ist, dass Du meist nichts mehr machen mußt und gleich mit der „Arbeit“ loslegen kannst. Ohne Vorgrundierung ist es zu raten auf alle Fälle vor dem Pouring eine aufzutragen. Ich möchte hier zwei von mitterler Qualität vorstellen, damit Du einen Anhalt hast, welche ähnlich gut sind.

  • Artina Akademie Leinwand (280 g /m², 2fach vorgrundiert
  • Gerstaeckers Basic Leinwand (300 g / m², nicht vorgrundiert)

Die Oberfläche bei beiden Leinwänden hat eine mittlere, gleichmäßige Gewebestruktur – leicht saugend, feinstrukturiert und strapazierfähig

Leinwand mit Studioqualität

Leinwände mit Studioqualität haben dann gleich eine andere Gewichtsklasse und natürlich auch Preisklasse. Nehmen wir die Artina Leinwand in 20×20 als Akademie zum Beispiel, liegt dieser bei einem 5er Pack bei 18 Euro. Artina Premium dagegen liegt bei einer Leinwand bereits bei 7 Euro. Der Preisunterschied ist enorm, so jedoch auch die Qualität. Das Gewicht der Studioqualität liegt in der Regel bei 380 g / m². Oftmals sind diese auch öfters vorgrundiert als die Basismodelle.

  • Artina Premium Leinwand (380 g /m²)
  • Gerstaecker Studio Leinwand (380 g /m²)

Was solltest Du beachten, wenn Du Dich an Großformate wagst?

Irgendwann kommt der Punkt, an dem Du Dich an größere Formate wagen willst. Schau, dass Du die Kanten und die Ränder mit der Primärfarbe vorstreichst(weiß, blau, lila, schwarz welches Du auch immer nutzen willst). Du kannst sicherlich dann schon loslegen, wenn die Farbe hier noch nicht getrocknet ist, natürlich kannst Du aber auch noch warten.

Warum solltest Du das tun?

Bei einem großen Bild versuche ich natürlich im Vorfeld genau zu kalkulieren, dass ich ausreichend Farbe vorbereite. Aber manchmal kalkuliert man viel und das Ergebnis ist ein anderes. Heißt, ich erreiche einen Rand nicht ausreichend, weil ich sonst meine Komposition vernichten müßte oder ich habe doch nicht ausreichend Farbe vorbereitet. Das Bild ist durch meine Vorarbeit aber trotzdem komplett bedeckt und sieht nicht nach einem „gewollt und nicht gekonnt“ aus. Gerade die Ecken neigen auch gerne beim Gießen dazu nicht bedeckt zu sein, hier arbeitet ich in der Regel immer manuell nach, um überall Farbe zu haben.

Vorteile des Wartens:

Du bist nicht gezwungen sofort weiter zu machen. Wenn Dich die Lust verläßt, dann bleibt die Leinwand eben liegen, solange bis die Inspiration wieder da ist. Aber Du gehst auf alle Fälle sicher, dass auch in einem Problemfall alles bedeckt ist.

Vorteile des Nichtwartens:

Die Farbe haftet besser auf der bereits aufgebrachten Farbe. Du unterstützt das Fließen der Farbe somit. Gerade wenn Du Dich dazu entscheidest, nicht nur die Ränder oder Kanten mit einer Schicht Farbe zu versehen, hast Du eine prima Grundlage, um ein schönes Fließen zustande zu bringen.

Was muß ich noch beachten? Die Lagerung der Leinwand während des Pouringprozesses ist ein a und o eines gelungenen Bildes

Leinwand auf Pappbechern
Leinwand auf Pappbechern

Die Leinwand sollte während des Pouringprozesses so gelagert sein, dass sie nicht mit der Farbe auf Deiner Malunterlage festklebt im Rahmen des Trocknungsprozesses. Ich nutze aus dem Baumarkt Holzstangen auf die ich die Leinwand lege, womit ich auch etwas mehr Stabilität erreiche. Hierbei muß man aufpassen, denn diese 1m Hölzer haben manches mal ordentliche Knicke oder Krümmungen, die dann die Lagerung des Bildes und das Endergebnis empfindlich verändern. So manches Bild ist dadurch schon zu einem Mißerfolg geworden, weil z.B. eine Packung Taschentücher unter meiner Box lag, die ich übersehen habe.

Natürlich kann man hierzu auch zu viel einfacheren Mittel greifen wie z.B. XXL Pinnadeln (oder Push pins, wer auf englisch sucht). Normale Größen gehen sicherlich auch (23 mm), aber ich würde wirklich größere bevorzugen (50mm).

Eine weitere Möglichkeit die Leinwand zu erhöhen ist sie einfach auf Pappbecher zu stellen. Hierbei muß man jedoch aufpassen, dass die Leinwand dadurch nicht ausbeult, also eher auf die Kanten stellen bzw. auf den Rahmen stellen! Leider ist diese Konstruktion auch recht instabil, daher für den Anfang sicher möglich, aber nicht meine erste Wahl.

Was noch?

Sollte soweit alles vorbereitet sein, gehe sicher mit der Wasserwaage, dass alles in Waage ist. Nur weil es gestern gerade war und alles rund lief, muß es heute nicht genauso sein (Siehe mein Missgeschick mit der Packung Taschentüchern!).

Stelle Dir nun alles weitere bereit, damit Du gleich starten kannst. Für eine optimale Fließfähigkeit der aufgebrachten Farbe ist es manches mal sinnvoll die Leinwand vorher mit Malgrundierung weiß oder schwarz oder welche Farbe in diesem Fall ideal ist, zu bedecken. Hierbei kannst du die Leinwand schwenken, so dass sie gut bedeckt ist oder mit einem Malerspatel oder ähnlichem arbeiten. Der eigene Finger tut es auch.

Tip:

Habe ich eine große Leinwand und empfinde sie zu instabil, zu „wabbelig“, kann ich diese im Vorfeld stärken.

Hierbei im Badezimmer in der Wanne die Leinwand von vorne (!) mit kalten Wasser abbrausen. Einmal oben, einmal unten und dann die Leinwand einfach zum Trocknen auf den Wannenrand legen. Hierbei darauf achten, dass kein Wasser auf den hinteren Teil der Leinwand gelangt. Bei einer guten Qualität der Leinwand ist Verziehung kein Problem. Aber wir wollen gar nicht erst in die Situation kommen, dass es passieren könnte. Daher sollte das Wasser nur „vorne“ auf die Leinwand.

Und schon kann es los gehen! Dies sind alle kleinen Kniffe und Dinge, die Du bei einer Leinwand beachten solltest. Spare nicht am falschen Ende was die Qualität der Leinwand anbelangt. Doch für den Anfang gehen natürlich billige Leinwände in kleinen Größen. Erhöhe die Leinwand zum Pouren, damit sie nicht festklebt und stärke sie, wenn sie zu instabil erscheint. Kleinigkeiten, aber alles Maßnahmen, die Dein Ergebnis am Ende einzigartig machen. Und schwer ist es nicht. Die Leinwand an sich ist eines der einfacheren Themen, oder was meinst Du? Womit erhöhst Du Deine Arbeit? Hast Du noch andere Tips bezüglich des Stärken des Maluntergrundes oder besondere Erfahrungen was die Qualität anbelangt? Hinterlasse mir dann doch gerne eine Kommentar, ich bin gespannt.

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