Was kommt in das Becherchen?

Gibt es ein perfektes Mischverhältnis? Und was genau nutze ich alles an Zusätzen?

Wenn Du anfängst Dich unter den Pouringleuten umzuschauen wirst Du tausende Mischverhältnisse der Farbe mit seinen Zusätzen finden. Und für jeden heißt perfekt etwas anderes? Für mich muß die Konsistenz der Farbe wie fließender Honig sein, nicht zu dickflüssig und um Gottes Willen nicht zu dünnflüssig. Und auch hier ist vieles, wie bei allem in Bezug auf das Pouring eine Sache, der Du Zeit geben mußt. Probiere Dich aus, versuch es mal so und mal anders. Jeder für sich findet seine optimales Mischverhältnis. Heute möchte ich Dir jedoch meines als Anhalt geben. Doch sei gewarnt. Ich wiege nicht ab, ich kann Dir noch nicht mal genau sagen wie viel Anteile Farbe und Wasser sind. Denn zu Deinem Nachteil muß ich gestehen, dass ich vieles nach Gefühl mache.

Farbe… und dann noch was?

  • Acrylfarbe
  • Liquitex Pouringmedium
  • Wasser
Voilà!

So einfach wie das klingt, ist es natürlich nicht. Aber das hast Du sicherlich schon herausgefunden.

Farbe:

Ich persönlich benutze Farben von Artina, Marabu, El Greco, Lucas, Liquitex (selten Liquitex Ink [Tinte]), welche mitunter von guter bis sehr guter Qualität sind. Ab und an kommen aber auch die günstigen Farben von Tedi oder Action in meinen Becher, doch diese eignen sich eher fürs Testen, weniger für ein hochwertiges Bild.

Pouringmedium:

Zusätzlich zur Farbe nutze ich in der Regel das Liquitex Pouringmedium*“. Dieses Medium soll die Gießfähigkeit der Farben erhöhen. Es trocknet minimal glänzend und soll Risse in der Farbe verhindern. Natürlich ist es ein Produkt, welches in Deutschland nicht hergestellt wird. Aber man kann es in Deutschland kaufen, auch wenn der Preis von einer 946 ml Flasche ziemlich stolz ist (ca. 32 Euro).

Pouringmedien gibt es viele zu beziehen und ich habe mit dem Liquitex Medium angefangen und bin aufgrund der sehr guten Ergebnisse dort „hängen“ geblieben. Sicherlich machen es aber auch andere Pouringmedien ebenfalls eine gute Arbeit, da bin ich ehrlich zu Dir. Von einigen habe ich bisher nur gelesen, weniger gesehen. Einige gesehen, aber nicht probiert. Daher hier eine Auswahl der gängigstens Medien:

  • Liquitex Pouringmedium
  • Golden GAC 800
  • Solo Goya Pouring Medium
  • Viva Decor Pouring Medium,
  • Schmincke Pouring Medium,
  • DecoArt Americana Pouring Medium und sicher noch einige mehr, die hier nicht aufgeführt sind.

Liquitex ist einer jener Hersteller, die begonnen haben Produkte zu entwickelten, welches das Acryl Pouring überhaupt erst möglich machten. Die anderen Medien sind sicherlich auch gut, aber hierzu habe ich noch keine Erfahrung gesammelt. Liquitex hat immer gut funktioniert und auch wenn der Preis abschreckt, liefert es stets gute Ergebnisse.

Wasser:

Kommen wir zum letzten Zusatz: Wasser. Die Farbe bedarf zum Gießen eine ordentliche Fliessgeschwindigkeit. Ist sie zu dick, neigt sie zu Rissen und Du kannst sie nicht gut auf einer größeren Leinwand verteilen. Du müßtest sie zu sehr bewegen, als dass Du zum gewünschten Ergebnis kommt. Häufig leiden dann die Strukturen und Effekte, die Du bereits erzielt hast und schnell ist das Bild „verwaschen“. Aus diesem Grund muß Du die Farbe samt Medium verdünnen. Un zwar mußt du sie Soweit verdünnen, dass sie gut fließfähig ist. Mitunter mußt Du während des Gießens die Farbe noch mal nachverdünnen, denn bei längerem Stehen, welches beim Vorbereiten der Farbe schon mal vorkommen kann, dickt diese gerne nach.

Mein perfektes Mischverhältnis

Ich finde es unheimlich schwierig Dir zu sagen in wievielen Anteilen ich Farbe und Pouringmedium, sowie Wasser mische. Daher lasse ich lieber Bilder sprechen und erkläre dann:

Um die Konsistenz genauer zu erklären, habe ich ein kleines Video gedreht, welches Du auf Youtube findest. Flüssiger Honig ist sehr gut zu sehen. Entschuldigt den Plastikbecher, aber gegen das Licht fotografiert, kann man nur so die verschiedenen Anteile gut erkennen. Bei einem undurchsichtigen Pappbecher ist nicht viel zu zeigen. Und ich muß die paar, die ich von meiner Mutter noch habe aufbrauchen. So profitieren dann beide von uns davon.

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Optional:

Sehr selten nutze ich natürliche Haaröle wie z.B. Kokosöl, um Reaktionen hervorzurufen oder mal verdünntes Wasser mit Spüli. Dies sind jedoch die Ausnahmen, denn in der Regel kommen außer dem Pouringmedium keinerlei Zusätze in die Farbe.

 

Haaröl u. Spüli
Haaröl u. Spüli
Links Kokoshaaröl, rechts verdünntes Spüliwasser (Handseife)

Achtung! Kleiner Hinweis für Dich, falls Du Dich mit der Idee trägst, Haaröl in die Farbe zu geben:

Du solltest wissen, wieviel Du von dem Haaröl in die Farben mischen solltest. Es reichen einige Tropfen oder ein Sprühhub aus einer Sprühflasche völlig aus. Nur einmal vorsichtig umrühren (eine Umdrehung) und fertig. Je mehr Du umrührst umso weniger kann das Haaröl arbeiten. Also ruhige Hand und nicht wild werden.

Die Zellen, die Du durch das Haaröl erhälst sind recht groß, also am Besten nicht in alle Farben das Haaröl geben, wenn Du nicht möchtest, dass Dein Bild zu unruhig wird.

Handhabung bei dem verdünntem Wasser mit Spüli

Das verdünnte Wasser mit Spüli wird im im Nachhinein auf das Bild gesprüht, um Reaktionen der Farbe hervorzurufen.  Sie verändern die Oberflächenspannung und lassen dadurch Zellen entstehen.

Haaröl bewirkt schnell große, kraterartige Zellen oder gar „Löcher“, das verdünnte Spüliwasser macht eher kleine Zellen bis Zellengruppen.

Und nun?

Wie Du siehst kann man viel variieren und mein Mischverhältnis ist recht einfach. Anteil Farbe, kleinen Schwups Pouringmedium und Wasser bis die Farbe fließfähig ist. Dies ist kein großes Hexenwerk und bedarf jedoch jedes mal das Fingerspitzengefühl, um die Farbe optimal hinzubekommen. Was ist Dein perfektes Mischverhältnis? Was für Erfahrungen hast Du mit Haarölen oder mit Spüliwasser? Hast Du noch Fragen? Hinterlasse gerne einen Kommentar. Ich freue mich darauf.

(*=Affiliatelink)

 

8 thoughts on “Was kommt in das Becherchen?

      1. Liebe Ulla, ich habe jetzt mit dem Pouring angefangen. Habe auch erstmal so rum experimentiert. Bücher gelesen, gefühlte 100 Videos geschaut und dann dachte ich:‘ So jetzt kann ich es!‘:-)))((( Angefangen und das erste kleine Bild war nicht perfekt,aber immerhin konnte ich große Poren erkennen und sich auch so reinträumen. Beim zweiten Mal war ich riesig enttäuscht. Aber ich mag die viele Arbeit nicht wegwerfen und habe einige Ideen,wie ich es mit Deko-Artikeln ggf zu einer Unterwasserwelt gestalte. Dann erst habe ich durch Zufall Deine Beschreibung entdeckt. Hurra. Endlich eine Dame,die auch nicht mit der Waage etc. dabei geht. Und so nett erklärt!!!! Dankeschön dafür. Ich werde es bei Gelegenheit genau so versuchen. Darf ich Dir später dazu, wenn ich vorangeschritten bin, noch eine Frage stellen? Viele liebe Grüße und ganz viel Gesundheit von Marina

        1. Hallo liebe Marina,

          der Weg zum perfekten Pouring ist mitunter lang und dornig. Du solltest meine ersten Pourings sehen, die waren auch nicht der Brüller. Und ich hatte keine Anspruch an Zellen! Die Idee mit dem Deko Artikel des Pourings ist super und eine tolle Verwertung eines nicht so „gut“ gelungenem Pouring. Natürlich kannst Du im schlimmsten Fall noch mal überpouren, ABER mitunter hast Du Strukturen auf dem Bild, die sich dann auch im neuen Pouring zeigen. Ich freue mich, wenn ich Dir die richtigen Infos gegeben haben weiter am Ball zu bleiben. Und natürlich kannst Du mich jederzeit anschreiben.

          Lieben Gruß und bleib gesund. Happy pouring,

          Ulla von PouringPaws

  1. Guten Tag liebe Pouring Paws,

    vielen Dank für euren Blog-Beitrag.
    Ich habe mich schon einige Male am Pouring versucht, jedoch gelang mir das Ganze nicht so wie ich es mir vorstelle.
    Ich wollte für mein Wohnzimmer ein tolles Bild gießen.
    Meine Frage, konntet ihr schon Erfahrungen mit einem Shop machen, in dem ich solch tolle Pouring Bilder kaufen kann?

    lg

    1. Hallo und Moin,

      beim Pouring macht die Übung den Meister. Ich bin seit über 2 Jahren dabei und glaube mir, meine Anfangsbilder waren auch nicht vorzeigbar. Sicherlich sind diese unter großem Hurra entstanden, aber an meine Wand hängen wollte ich sie nicht. Was Erfahrungen mit einem Shop für tolle Pouring Bilder anbelangt, kann ich Dich ganz ungeniert an meinen eigenen Shop verweisen. Ich nutze nur die Puddle Pour Technik ohne Silikon und sonstige Hilfsmittel. Vielleicht schaust Du einfach mal vorbei: https://www.pouringpaws.de/shop/

      Lieben Gruß, Ulla von PouringPaws

  2. Ein herzliches Hallo,

    immer wieder komme ich auf die diversen Seiten übers Pouring für Anfänger.
    Ihre ausführliche Anleitung und das Video hat mich ermutigt es mit dem Pouring zu versuchen. Ich werde auf jeden Fall Ihre anderen Videos ansehen um Neues
    dazuzulernen.
    Vielen Dank für die gute Erklärung und lieben Gruß.
    Renate

    1. Hallo Moin Renate, lass Dich nicht entmutigen. Vieles ist anfangs try and error. Aber sicherlich wirst Du auch bald vom Pouring – Fieber infiziert. Meine Finger sind gedrückt,
      Lieben Gruß,
      Deine Ulla von Pouringpaws.

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