Arbeitsplatz vorbereiten: Wie gehst Du am besten vor?

Kann ich nicht einfach loslegen? Was gibt es da denn alles vorzubereiten und wieso? Farbe drauf und fertig!? Nicht ganz…

Bevor Du loslegst, solltest Du schon ein paar Vorkehrungen in Bezug auf Deinen Arbeitsplatz vorgenommen haben. Da Acryl pouring eine schmutzige Kunst ist, die Farbe an der Leinwand herunterläuft, die überschüssig ist, da beim Dutch Pour die Farbe Flügel bekommt solltest Du Dir genau überlegen wo Du pouren möchtest.Wenn Du nicht die Renovierung Deines Arbeitsplatzes in nächster Zeit planst, Farbkleckse Deinen Mann nicht stören ist alles halb so wild. Aber schlechte Vorbereitung zum Pouren sollten kein Grund für einen Krach sein. Aber keine Angst, ich helfe Dir Deinen Arbeitsplatz optimal vorzubereiten, so dass es keine größeren Probleme geben sollte.

Wahl des Arbeitsplatzes:

Wenn Du ein Bild pourst, so schön das ist, mußt die Platz haben und Zeit. Der Arbeitsplatz ist für einige Tage Minimum blockiert, weil das Bild Zeit braucht in Ruhe zu trocknen. Wenn Du nun also einen Platz aussuchst, habe das im Hinterkopf. Der Eßtisch im Haus ist daher bedingt geeignet, auch wenn die Oberfläche sicherlich optimal in Waage ist. Auch würde es Dir der Eßtisch nicht sonderlich danken, wenn doch Farbe daneben geht.

„Das passiert mir nicht, ich passe auf!“, sind Sätze die Du streichen solltest. Jeder Pourer hat sich das im Vorfeld gesagt und doch passieren kleine Unglücke. Du kannst viel planen und doch kommt es dann doch anders als Du denkst.

Da war es passiert!
Da war es passiert!

Den Luxus eines eigenen Bastelzimmers haben nicht viele und ich habe ein ganzes Jahr darauf zu gearbeitet mir meine Pouringecke einzurichten. Finde also einen Platz, der es verträgt einige Tage belegt zu sein und im schlimmsten Fall auch dreckig werden darf. Denke daran, dass Du dann auch noch einen Ort brauchst an dem Du Deine Werke lagern mußt.

Selfmade Aufbewahrungssytem
Mein selfmade Aufbewahrungssytem

In meinem Fall bin ich in den Keller gezogen und habe dort eine eigene Arbeitsecke bekommen. Regal für die Farben, sämtliche Pigmente, Sprühlacks und Kristalle gab es dazu. Mit ein bißchen handwerklichem Geschick oder einem offenen Auge kannst Du auch kleine Aufbewahrungsmöglichkeiten für Deine Werke finden. Seien es Tellerregale oder wie bei mir ein Schuhregal, welches mein Mann zu einem großen Regal „geschustert“ hat.

Wie schützt Du Deinen Arbeitsplatz?

Fang mit einfachen Mitteln an, wie handelsübliche Malerfolie, normaler Karton kannst Du anfangs nutzen, um die Arbeitsfläche zu schützen. Auch eine einfache Wachstischdecke kannst Du benutzen. Die Wachstischdecke hat sogar den Vorteil gegenüber der Malerfolie, dass sie deutlich glatter liegt und gegenüber dem Karton, dass die überschüssige Farbe einfach abgezogen werden kann.

Ich persönlich habe mir beim Schweden eine große, aber flache Plastikbox gekauft. Diese ist perfekt geeignet Farbüberreste aufzufangen und das Choas zu minimieren. Natürlich geht doch mal was daneben, aber dies ist nun einmal bei dieser Art der Kunst nicht zu verhindern, egal wie vorsichtig Du bist. (Ausmaße meiner Kiste 78 x 56 x 18 cm)

Plastikkiste fürs Pouring
Besagte Plastikkiste fürs Pouring. Alles richtig gemacht: Kiste, Handschuhe und das Bild ist auf Pinnadeln erhöht.

Woran mußt Du noch denken?

Bevor Du Dich an das Vorbereiten der Farbe machen kannst, solltest Du sichergehen, dass Du entweder eine Schürze oder alte Kleidung trägst. Auch Handschuhe solltest Du bereit legen, denn auch wenn die Acrylfarbe mit warm Wasser, Seife und Nagelbürste gut wieder abgeht, bist Du mit Handschuhen deutlich sicherer unterwegs.

Schau, dass Du auch Dein Wasser vorbereitet hast. Zwischendurch loszusprinten, um das Wasser aufzufüllen, ist ärgerlich und kann bei guter Vorbereitung vermieden werden. Fürs Wasser habe ich in eine Squeeze Flasche abgefüllt. Squeeze Flaschen gibt es zu Hauf im Einzelhandel (bei Amazon, im Künstlerbedarf etc.) zu kaufen. Sicherlich kann das Wasser auch in einem Meßbecher gefüllt werden, kann jedoch dadurch in meinen Augen viel schlechter dosiert werden.

Ich bin ein Fan einer solchen Squeeze Flasche, aber das sollte jeder für sich entscheiden, wie er es lieber mag. Natürlich kannst Du auch mit  Meßbecher und überdimensionaler Pipette arbeiteten. Diese Pipetten gibt es so ohne weiteres jedoch nicht in Deutschland zu kaufen (Ich mag mich täuschen, habe jedoch keine gefunden, die mehr als 5 ml füllt). Damit würde man ähnlich präzise dosieren können, wie mit meiner Squeezeflasche.

Ansonsten solltest Du unbedingt Haushaltspapier bereit legen, um eventuelle Farbunfälle auf dem Boden oder den Händen gleich beseitigen zu können.

Achtet bitte unbedingt auf gute Belüftung in Deinem Arbeitsraum. Die Farbe dünstet ordentlich aus und diese Dämpfe sind gesundheitsschädlich. Solltest Du Schwierigkeiten mit der Lunge haben, würde ich sogar so weit gehen und eine Atemmaske zum Pouren zu tragen. Aber Du kennst Deinen Körper am Besten und weißt, was für ihn das Sicherste ist.

Von allen Aufgaben vom Pouren ist den Arbeitsplatz vorzubereiten sicherlich eine der einfacheren, oder?

Der Arbeitsplatz steht. Du weißt, dass Dein Bild ohne Probleme einige Tage hier liegen kann und keinen Platz blockiert. Auch bist Du sicher, dass Farbkleckse zu Deinem speziellen Flair gehören werden und nicht Grund für einen Ehekrach sind. Du hast Deine Unterlage aufgestellt, hast Dich umgezogen, Handschuhe angezogen und alles zusammen geholt, was Du benötigst. Dann bleibt mir nichts anderes übrig, als gutes Gelingen zu wünschen. Worin pourst Du? Hast Du auch spezielle Aufbewahrungsmöglichkeiten für Deine Bilder? Erzähle mir davon in den Kommentaren.

 

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